Welcher Pinsel passt zu mir?

Er ist fester Bestandteil einer gepflegten Rasur, man kann ihn schon für 2 €, aber auch für 400€ kaufen, wer ist damit gemeint?

Richtig, der Rasierpinsel!

Heute wollte ich endlich einen Beitrag über die gängigsten Rasierpinselarten  und deren Eigenschaften schreiben, in der Hoffnung euch so bisschen bei der Auswahl helfen zu können. Wie euch sicherlich schon aufgefallen ist, gibt es sehr viele verschiedene Arten von Rasierpinseln, diese unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, Durchmesser und Haarart sondern jede Pinselart hat seine eignen Vor- bzw. Nachteile, welcher Pinsel für euch der richtige ist, wisst ihr im Endeffekt erst wenn ihr ihn getestet habt.

Dennoch kann man schon eine grobe Vorauswahl treffen, zumindest wenn man deren Vorzüge kennt.

Rasierpinsel

Rasierpinsel

Als aller erstes wollte ich noch ein paar Worte zu dem Thema Preisklasse schreiben.

Gerade anfangs staunen Neulinge nicht schlecht, wenn sie oft zu hören bekommen:

 

„guten und stabilen Schaum bekommt man nur mit einem teuren Silberspitz hin“.

 

Ich behaupte weiterhin, es ist wirklich egal wieviel Geld ihr in einen Rasierpinsel investiert, wichtig ist nur, dass er euch gefällt und ihr damit klarkommt, mit bisschen Übung bekommt ihr mit jeden Pinsel guten Schaum geschlagen dabei ist es völlig egal ob ihr 2€ oder mehrere hunderte Euros zahlt.

Wer auf alte Vintagepinsel steht, der kann sich auch alte Pinsel mit kaputten Haar kaufen, den Knoten rausbohren und einen neuen Wunschknoten einsetzen.

Was mir dabei nur wichtig ist zu erwähnen, kauft die Haarknoten bitte nicht aus China, dort herrschen meistens schlimmste Lebensverhältnisse und unmenschliche Foltermethoden gegenüber den armen Tierchen.

 

Der Dachshaarpinsel:

Hier seht ihr drei verschiedene Dachshaarpinsel, als erstes einen Graudachs, schwarzes Dachshaar und einen Silberspitz

Hier seht ihr drei verschiedene Dachshaarpinsel, als erstes einen Graudachs, schwarzes Dachshaar und einen Silberspitz

Die wohl beliebtesten Rasierpinsel bestehen aus echten Dachshaar, die Rasierpinsel aus Dachshaar gibt es fast überall zu kaufen, egal ob ihr in größeren Parfümerien, Drogeriemärkten, Rasur Fachgeschäften Ebay oder in Onlineshops sucht, gibt es Dachshaarpinsel.

Jedoch ist Dachshaar nicht gleich Dachshaar, auch hier gibt es verschiedene Qualitätsstufen, Graudachs, Silberspitz, schwarzes Dachshaar, die in Drogeriemärkten oft erhältlichen Dachspinsel fangen preislich bei ca. 8€ an, bestehen meistens aus schwarzen Dachshaar oder aus Graudachshaar und sind vollkommen geeignet für den normalen Gebrauch.

Silberspitz Rasierpinsel hingegen spielen preislich in einer anderen Liga, diese bekommt man meistens ab mindestens 40€, nach oben ist dem ganzen natürlich fast keine Grenze gesetzt, gerade anfangs würde ich das Budget allerdings überschaulich halten, damit der Verlust bei nicht gefallen nicht allzu groß ist.

Bei dem Kauf eines Silberspitzes ist jedoch Vorsicht geboten, nicht jeder Dachspinsel mit Mittelstreifen (Spiegel) ist auch ein Silberspitz, es gibt Pinsel mit eingefärbten Haaren, um einen Silberspitz zu imitieren.

Einfach erklärt liegt der Unterschied der verschiedenen Dachshaaren darin, dass die Silberspitzen ausgekämmt und ausgezupft werden, anschliessend nach Qualität sortiert, hellere Spitzen/ dunklere Spitzen und von den Pinselherstellern von Hand weiterverarbeitet werden.

Die grauen/schwarzen Dachshaare werden geschnitten, also fehlen ihnen die hellen Silberspitzen und der dunkle Mittelstreifen (Spiegel auch genannt).

Wer einen guten Dachshaarpinsel sucht, aber nicht soviel Geld ausgeben will, der ist mit einen Graudachs/schwarzen Dachshaar aber auch gut bedient.

Denn Graudachs und schwarzes Dachshaar haben durch das abschneiden, zumindest bisschen mehr massierende Wirkung, als die ganz weichen Silberspitzen.

 

Mein Fazit:

Ich persönlich mag Dachshaarpinsel sehr gerne, aufgrund ihres weiches Haares muss man sie  nicht einweichen und der Schaum lässt sich leicht damit im Gesicht verteilen, wer allerdings einen massierenden Effekt haben will, sollte diesen nicht bei Silberspitzpinseln suchen, sondern eher Graudachs/schwarzen Dachshaar probieren.

Ein kleiner Tipp für zu weiches Dachshaar, um die Seife besser abtragen zu können, empfielt es sich, die Seife paar Minuten mit einen kleinen Schluck Wasser aufzuweichen.

Wer einen schönen großen weichen Puschel haben möchte, dem sollte mindestens ein Dachspinsel in seiner Sammlung nicht fehlen!

 

Die Schweinborste:

Hier seht ihr verschiedene Schweineborsten, gerade alte Rasierpinsel wurden oftmals mit Schweineborsten bestückt.

Hier seht ihr verschiedene Schweineborsten, gerade alte Rasierpinsel wurden oftmals mit Schweineborsten bestückt.

Rasierpinsel aus Schweineborsten gibt es wirklich überall zu kaufen, egal ob im Supermarkt, Drogerien, Internetshops etc, Schweineborsten bekommt ihr wirklich überall.

Dennoch genießen Schweineborsten, nicht annähernd, einen solchen guten Ruf wie Dachshaarpinsel.

Ich persönlich finde das wirklich schade, denn auch Schweineborsten haben neben dem günstigen Anschaffungspreis (ab 2€), ihre persönlichen Vorteile.

Ein Vorteil bei Schweineborsten ist ganz klar deren massierende Wirkung, überhaupt nicht zu vergleichen mit den Streicheleinheiten von Dachshaarpinseln, ausserdem kann man mit den stabilen Borsten sehr schnell und leicht größere Mengen Seife abtragen und aufnehmen.

Natürlich haben Borstenpinsel aber auch nicht nur Vorteile, Borstenpinsel sollte unbedingt vor Gebrauch mindestens 5 Minuten in heißen Wasser eingeweicht werden und sie brauchen ihre Einarbeitungszeit, bis sie aufgrund des Spliss optimal arbeiten.

Um den Spliss zu beschleunigen, wurde von Liebhabern der Nassrasur schon einiges getestet, ich wollte euch einfach mal die erfolgreichsten Methoden hier präsentieren:

Von mir persönlich getestet:

1. Schweineborsten auf 800 Schleifpapier einarbeiten, bitte nicht zu lange, kein Druck und bitte nur mit Borsten machen (Nicht mit Dachs etc). Funktioniert sehr gut um den Spliss zu beschleunigen.

2. Mit der Borste Schaum aufschlagen, über Nacht darin stehen lassen und am nächsten Tag nochmal frischen Schaum aufschlagen. Mir kam der Pinsel nach zweimal „einweichen“ deutlich angenehmer in der Anwendung vor.

3. Kochendes Wasser in eine Schale geben, nun die Borsten vor der Benutzung darin einweichen, bitte den Pinsel nicht zu tief ins Wasser stellen, also nicht zu nah am Griff, wir wollen den Pinselknoten ja nicht lösen, sondern nur die Einarbeitungszeit verkürzen.

 

Mein Fazit:

Wer einen gut massierenden Pinsel haben möchte, der den Dachspinseln in nichts nachsteht, muss ein bisschen Geduld bei Borsten mitbringen, denn die Einarbeitungszeit beträgt je nach Pinsel ca. 20 Rasuren bis deutliche Verbesserungen auftreten.

Die Einweichzeit in heissen Wasser vor Gebrauch, sollten unbedingt immer in Kauf genommen werden, denn dann stehen guten Ergebnissen nichts mehr im Weg.

Ich persönlich möchte meine Borsten nicht mehr missen, wenn sie erstmal eingearbeitet sind, liefern sie top Ergebnisse, trotz starker Gesichtsmassage.

 

Synthtische Rasierpinsel:

Hier seht ihr zwei synthtische Rasierpinsel

Hier seht ihr zwei synthtische Rasierpinsel

Es gibt natürlich nicht nur Rasierpinsel aus echtem Tierhaar, es gibt auch vegane, synthetische Rasierpinsel.

Diese müssen sich heutzutage nicht mehr hinter Echthaarpinseln verstecken, die Silvertip Fibre von Mühle zB. sind abgesehen von den hervorragenden Eigenschaften, zudem nur noch schwer von echten Silberspitz zu unterscheiden.

Ausserdem hat man bei synthtetischen Pinseln den Vorteil, dass kein Tier womöglich je dafür leiden musste und man nicht allzu vorsichtig beim Aufschäumen etc sein muss, denn die synthtischen Borsten halten ganz schön was aus und sind ausserdem wirklich pflegeleichter.

Ich persönlich finde die künstlichen Rasierpinsel eine sehr tolle Rasierpinselart und keineswegs nur eine Alternative für Tierschützer zu Echthaar, das liegt an den Eigenschaften, die den des Silberspitzes in nichts nachstehen, jedoch kosten ordentliche künstliche Rasierpinsel auch ihr Geld, Mühle Silvertip Fibre zB. (ca.60€).

Was die massierende Wirkung angeht, finde ich liegen die Mühle Silvertip Fibre etwa irgendwo zwischen Graudachs und ein geweichter Schweineborste.

 

Mein Fazit:

Wer einen guten zuverlässigen Pinsel sucht, den er auch gerne mal grober anpacken darf, ohne Angst um die teuren Silberspitzen haben zu müssen, der ist besonders bei den synthtetischen Silvertip Fibres von Mühle gut aufgehoben.

Bei diesen Rasierpinseln muss man keinerlei Kompromisse eingehen, denn wie geschrieben, können die Fibres locker mit Silberspitzen mithalten und sind nur schwer zu unterscheiden von echten Silberspitzen.

Vorsicht geboten ist allerdings bei günstigen synthetik Pinseln, diese haben manchmal eher geringere Lebenszeiten und sehen auch nicht unbedingt immer schön aus.


Rasierpinsel aus Pferdehaar:

Es gibt ausserdem noch die Rasierpinsel aus Pferdehaar, wem Dachshaar zu weich und Schweineborsten zu hart sind, der sollte hier genau richtig aufgehoben sein.

Ich persönlich bin leider noch nicht in den Genuss eines Pferdehaarpinsels gekommen, stehen aber auf jeden Fall auf meiner Liste sehr weit oben.

Das gute an den Pferdepinseln ist, dass anders als beim Dachshaar, kein Tier für die Pinselherstellung sterben muss.

Das gibt den Pferdepinseln einen sehr hohen Stellenwert bei mir, denn so schön Dachspinsel auch sind, bisschen schlechtes Gewissen habe ich deshalb schon immer mal wieder.

Mein Fazit:

Hier kann ich euch leider kein Fazit geben, denn ein Fazit gebe ich wirklich nur mit Erfahrung in der Sache, da reicht mir hören leider nicht, sondern muss erst selbst getestet werden.

 

Rasierpinselpflege:

Wer lange Spaß an seinen Rasierpinseln haben möchte, sollte die Pinsel nach jeden Gebrauch gut austrocknen lassen und ausserdem auch gelegentlich pflegen.

Einen Rasierpinselständer braucht man nicht unbedingt, denn der weit verbreitete Irrglaube man müsse den Rasierpinsel kopfüber austropfen lassen, ist längst überholt und nicht mehr der Rede wert.

Es reicht vollkommen aus, wenn man den Pinsel nach Gebrauch gut ausspült mit heissen Wasser, die Haare einfach vorsichtig umfassen, Wasser richtig reinlaufen lassen, immer wieder zusammendrücken, um das Wasser rauszupressen, abschließend einfach den Pinsel ca. 20 mal in die Luft ausschlagen und Rasierpinsel am besten nicht im feuchten Bad lagern.

Um die Rasierpinsel immer komplett trocknen zu lassen, empfiehlt es sich, jeden Pinsel 2 Tage zum trocknen zu geben, in dieser an diesem Tag Pause muss dann einfach ein anderer Rasierpinsel herhalten.

 

Rasierpinselreinigung:

Sollte der Pinsel nicht mehr genug Wasser oder Rasierseife aufnehmen, kann man das Problem einfach lösen ineinem warmen Wasserbad mit:

– Spülmittel

– Zitronen

– silikonenfreien Shampoo

– oder in Härtefällen zum richtig entkalken mit zwei Teelöffel Borax

Jetzt sollte der Pinsel wieder kalkfrei und voll funktionsfähig sein, anschliessend bitte gut mit viel klarem Wasser ausspülen!

Wie immer hoffe ich, dass euch mein Beitrag gefallen hat, solltet ihr Anliegen, Fragen oder irgendwas haben, kommentiert einfach!

Ich freue mich auf eure Kommentare, ab jetzt gibt es wieder mehr Beiträge von mir, nachdem der ganze Weihnachts- und Neujahrsstress jetzt endlich wieder vorbei ist :).

Ich wünsche euch allen ein frohes, glückliches Jahr 2014 und viele unfallfreie Rasuren!

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2 Kommentare zu “Welcher Pinsel passt zu mir?

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