Kleine Schleifsteine, nutzlos? TEIL 1

Hallo zusammen…

Da es immer wieder vorkommt, das Leute kleineren Steinen nicht so trauen oder sogar verspottet werden, weil sie kleine Steine geordert haben, wollte ich euch mal meine kleinen Arbeitssteine zeigen und immer meine persönliche Arbeitsweise dazu schreiben.

Wie gerade oder Bogenschübe gemacht werden, könnt ihr euch in meiner Anleitung zum schärfen von Rasiermessern anschauen.
Bei X Schüben, wird das Messer über Kreuz auf den Stein geschärft.
Also von den linken unteren Eck des Steins, schiebt man das Messer bis zur rechten oberen Ecke des Steins.
Kreisende Schübe sind eigentlich gerade Schübe, nur das während der Vorwärtsbewegung kleine Kreise gemacht werden.

image

Auf dem Bild zu sehen, von links nach rechts:

Kleiner Belgier Anreiber, kleiner Belgier (la Grise), länglicher naturverwachsener gelber vintage Belgier, Franke und ein 7/8 Frederick Reynolds als Größenvergleich.

Soviel schon mal zu dem Bild, jetzt aber zu den Steinen.

Ich fange einfach mal mit meinem Liebling an unter den kleinen Steinen, dass ist der naturverwachsene vintage Belgier:

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Naturverwachsene gelber vintage Belgier

Er ist sau schnell und dennoch richtig schön fein.
Aufgrund der länglichen schmalen Form, ist er optimal für lächelnde Engländer geeignet, arbeitet dabei wirklich sehr schnell, obendrein ist er dennoch wirklich richtig schön fein und das Messer ist definitiv schön scharf und richtig toll sanft.

Meine Arbeitsweise bei dem schmalen Belgier:

Eigentlich ganz normales Arbeiten möglich, wie bei normal großen gelben Belgiern.
Entweder kreisende Schübe und ganz normale, bzw halbe X Schübe.

Ich unterteile die Schneide in 3 Bereiche (vorne, mitte hinten).

Dann bearbeite ich diese Stück für Stück separat und mache zum Schluß X Schübe vor jedem Verdünnungsvorgang.

Der vintage Belgier wird bei mir angerieben, oder etwas belgischer Brocken Staub drauf gegeben (den Staub hab ich beim abrichten von gelben Belgiern gesammelt).
Der daraus entstandene Schlamm wird immer weiter verdünnt und zum Schluss wird nur mit Wasser gefinisht, aber nicht unter dem Wasserhahn.

Der kleine La Grise:

gelber Belgier mit roten Linien (la Grise)

Der kleine la Grise (Nummer 2 von links), ist leider wirklich sehr klein (max 8cm) aber dermaßen schnell, dass er sogar wirklich als Hauptstein zu gebrauchen ist…
Aufgrund der Größe, optimal für unterwegs oder für für Messer bis 5/8.
Allerdings wirklich das typische Schnelle bei gelben Belgiern, also nicht ganz so fein und ich persönlich gönne den Messern immer noch einen Abschlussstein, sprich einen anderen feineren Belgier oder einen Thüringer.

Meine Arbeitsweise bei den La Grise:

Bei dem kleinen La Grise bin ich auf die kreisenden Schübe angewiesen.
Aufgrund der geringen Länge, ist es nicht möglich mit normalen Schüben zu arbeiten.

Ich unterteile die Schneide in 3 Bereiche (vorne, mitte hinten).

Dann bearbeite ich diese Stück für Stück separat und mache zum Schluß X Schübe vor jedem Verdünnungsvorgang. 

Ausserdem ist wie schon erwähnt ein Abschlussstein dringend erforderlich, weil das Finish auf dem kleinen La Grise, mir persönlich nicht sanft genug ist.

Der La Grise wird bei mir angerieben und der daraus resultierende Schlamm wird dann immer weiter verdünnt bis nur noch Wasser übrig ist, zum Schluß wird unter laufenden Wasserhahn gefinisht.

Der Franke:

Franke

Der Franke hat mich anfangs überhaupt nicht gemocht und ich habe ihn sogar gehasst.
Inzwischen verstehen wir uns aber schon richtig gut, ich nehme ihn aber meistens nur als Vorbereitung, vor meinem Japaner (Honyama) bzw als Hauptstein für Küchenmesser.
Von der Größe her, wäre er echt sehr gut geeignet für Rasiermesser, aber mir persönlich ist er zu zickig und trocknet zu schnell weg.

Meine Arbeitsweise bei den Franken:

Kreisende Schübe, X Schübe und halbe X Schübe, aber auch gerade und Bogenschübe.
Rein von der Form und der Größe her, ist der Franke für mich optimal zum schärfen von Rasiermessern geeignet.

Der Franke wird bei mir mit einem kleinen Diamantschleifstein (DMT) angerieben, aber mit reichlich Wasser, ansonsten ist er zu schnell trocken.

Was ich euch mit dem Beitrag sagen wollte:

Größenvergleich zu einem GBB Bankstein (150MM/50MM)

Es kommt nicht nur auf die Größe und die Form an, sondern es kommt auch immer auf die verwendete Technik und Arbeitsweise an.
Jeder Stein, jede Form, jede Größe hat seine Vor- und Nachteile…
Und man kann auf jeden Fall gute kleinere Steine irgendwo mit einbauen in die Verwendung 🙂 und sei es nur für lächelnde Klingen zb.

FORTSETZUNG FOLGT 🙂
In der Fortsetzung gehe ich nochmal auf die Bewegungen ein usw.

Viele Grüße und noch eine tolle Woche.

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2 Kommentare zu “Kleine Schleifsteine, nutzlos? TEIL 1

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